Zerebralparese im Säuglingsalter (ICP)

Die meisten Zerebralparetiker sind sind im 1. und auch im 2. Trimenon keineswegs schon Zerebralparetiker. Es gibt genügend Kinder mit eine ICP, die eine vollkommen unauffällige Anamnese haben und die als kerngesund aus der perinatalen Betreuung entlassen werden. Die klinische Erfahrung zeigt, daß sich die einzelnen Symptome der ICP-Entwicklung summieren, bis sie von Eltern oder vom Arzt wahrgenommen werden und somit zum Zeichen einer gestörten motorischen und/oder mentalen Entwicklung werden.

Es stimmt der Satz NICHT: „Eine ICP ist und bleibt eine ICP“.

Im Gegenteil: Ein Kind wird häufig auf Dauer zerebralparetisch unter den Augen eines Arztes, der unfähig ist, bestimmte Symptome zu analysieren und zu deuten. Die ICP entwickelt sich allmählich bis zum vollständigen Bild.

Wird ein Kind zerebralparetisch geboren – und das ist die Ausnahme – dann sind die Symptome so auffällig, daß sie auch dem Laien nicht entgehen können.

Ein Kind ist gefährdet, wenn bei einer einzigen (!) Untersuchung alle Lagereaktionen global und bezüglich aller Teilmuster abnorm sind.

Bei Kindern mit einigen abnormalen Lagereaktionen ist üblicherweise nur eine weitere Untersuchung nach 4-6 Wochen nötig , um den Trend zur Normalisierung oder zur Verschlechterung sehen zu können. In diesen Fällen sind jedoch einige Teilmuster der abnormen Lagereaktionen ideal gestaltet. Alle diese Kinder haben die Aussicht, eine normale grobmotorische Entwicklung zu erreichen.

Diese Abweichungen kommen bei 25 % vor.

Das Fehlen von normalen Mustern in allen Lagereaktionen bedeutet, daß dieses Kind nicht über die notwendige Haltungssteuerung in seiner Motorik verfügt. Die motorische Ontogenese ist daher bedroht. Ohne entsprechende Haltung ist keine Motorik möglich.

Die einzige Möglichkeit der Therapie ist die tägliche Krankengymnastik am besten nach der Methode von Vojta oder auch nach Bobath.

Stehen die entsprechenden normalen Muster nicht zur Verfügung , muß das Kind zur Verwirklichung eigener motorischer Ziele zu anderen – nicht idealen – Mustern greifen (=Ersatzmuster).

Es sind dieselben Muster, die durch die Prüfung der Lagereaktionen bei abnormalen oder pathologischen Neugeborenen erscheinen.

 

Fazit:

Die ICP ist in der Regel bei der Geburt noch nicht vorhanden. Wenn sie auftritt, so ist dies einer Vielzahl von Umständen zu „verdanken“. Sofern die Gefährdung schnell erkannt und eine spezielle Therapie eingeleitet wird, ist eine dauerhafte Heilung fast immer möglich.