Gicht

Aus dem historischen „Zipperlein“ der Begüterten ist längst eine weit verbreitete Wohlstandskrankheit geworden. Die Erkrankung Gicht ist eine Erbkrankheit der Allgemeinheit geworden. Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf eine Erhöhung der Harnsäure im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten zurückzuführen ist. Die Auskristallisation der Harnsäure in Gelenkflüssigkeiten oder anderen Geweben bewirkt die akuten anfallsartigen Gelenk- oder Schleimbeutelentzündungen, meist in der Großzehe (Gichtanfall). Aber auch andere Gelenke und die Niere können betroffen sein.

Obwohl die Anlage zur Gicht genetisch bedingt ist , bedarf es zur Entstehung eines Anfalls einer auslösenden äußeren Ursache. Dazu gehören in erster Linie die reichliche Zufuhr von purinreichen Lebensmittel (z.B. Fleisch) und Alkohol.

Die Gicht tritt am häufigsten zwischen denm 30. und 50. Lebensjahr auf. Frauen erkranken wesentlich seltener als Männer.

Folgen der Gicht können sein: Zerstörung der Gelenke , Nierenschäden, Gefäßerkrankungen, Herz- und Kreislaufschäden.

Daher ist die frühzeitige Behandlung der Harnsäureerhöhung und natürlich auch der Gicht selbst von großer Wichtigkeit. Dazu gehört in erster Linie die Vermeidung von übermäßiger Einnahme der entsprechenden Lebensmittel und des Alkohols – also eine strenge Diät. Besonders purinreiche Nahrungsmittel (Innereien, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte) und Fleischwaren sollten durch purinärmere wie Milchprodukte und vor allem kohlenhydratreiche Produkte wie Teigwaren, Kartoffeln und Brot ersetzt werden. Entscheidend ist aber auch der Konsum von sehr viel Flüssigkeit, damit über die Nieren genügend Urate und Schlacken ausgeschieden werden. Erst wenn dadurch die Harnsäurewerte nicht gesenkt werden können , müssen zusätzlich Medikamente eingesetzt werden.

Ein wichtiger Punkt: ein Gichtanfall ist immer ein Warnsignal, wenn vorher noch keine Erhöhung der Harnsäure im Blut festgestellt worden ist. Dann läßt sich akut eine Besserung erreichen. ABER: die Besserung verführt viele Menschen dazu, danach nichts mehr zu unternehmen. Daraus ergeben sich dann leider Spätschäden, die man erst bemerkt, wenn es – fast – zu spät ist (siehe oben).