Arthrose – Kniearthrose

Die Arthrose des Kniegelenkes (Gonarthrose) gehört zu den häufigsten Arthrosen. Sie ist die vierthäufigste Ursache für Körperbehinderungen bei Frauen (bei Männern an 8.Stelle).

Bei der Gonarthrose kommt es zu einer zunehmenden Abnutzung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung der übrigen Gelenkstrukturen – wie z.B. Knochen , Gelenkkapsel und Muskulatur.

Im Frühstadium der Erkrankung wird die Knorpeloberfläche durchlässiger und die schon veränderte Gelenkflüssigkeit dringt in die inneren Knorpelbereiche vor. Der Knorpel wird weicher und anfälliger.Parallel entstehen Entzündungsprozesse, knorpelabbauende Enzyme werden produziert.

 

Knorpelabbau führt zur Verformung und Versteifung des Gelenkes

Abriebprodukte des Knorpels verursachen chronische Entzündungen der Gelenkinnenhaut mit Schwellungen und Überwärmungen. Der Knorpel verdünnt sich, die Oberfläche des Knorpel raut sich auf, es entstehen Risse im Knorpel.

FOLGE : Die Bewegungsabläufe werden schlechter, jede Bewegung bringt eine zusätzliche Verletzung des zerstörten Knorpels, Risse vertiefen sich und Knorpelteilchen werden abgelöst. Dieser Vorgang wiederholt aich so lange, bis der Knorpel vollständig abgenutzt. Ohne den Schutz des Knorpels wird zusätzlich der Knochen zerstört.

Schwerwiegende Auswirkungen der Gonarthrose sind starke anhaltende Schmerzen und eine beginnende Versteifung mit zunehmender Verformung der Gelenke und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Die Beschwerden durch kalte , feuchte Witterung und körperliche Belastung verstärkt. Besonders ruckartige Bewegungennwie beim Treppensteigen und Kniebeugen sind bei der Gonarthrose äußerst schmerzhaft. Charakteristisch ist der sog. Anlaufschmerz.

 

Übergewicht und Fehlbelastung gelten als größte Risikofaktoren

Die Ursachen für eine Abnutzung des Knorpels sind vielfältig. Dazu gehören:

  • Individuelle Veranlagung (=Vererbung) Wechseljahre
  • Fehlstellungen der Beine – Mensicusschäden (auch nach Operationen)
  • Unfallfolgen Gicht und Rheuma
  • Überlastungen der Gelenke z.B. durch Übergewicht.

 

Therapie-Möglichkeiten bei Gonarthrose sind vielfältig

Bei jeder Arthrose handelt es sich um einen Gelenkschaden, der nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. „Was abgebaut ist , ist für immer weg !“

Der weitere Abnutzungsprozess des Gelenkes kann jedoch durch vielfältige Therapiemöglichkeiten verzögert oder teilweise sogar gestoppt werden – sofern sie frühzeitig eingeleitet werden. Die Beschwerden können deutlich gelindert, die Bewegungsfähigkeit verbessert werden.

Zu den hilfreichen konservativen (nicht operativen) Maßnahmen gehören die Krankengymnastik (neben der gesamten Palette der physikalischen und medikamentösen Behandlung) . Sie dient in erster Linie der Verbesserung der Beweglichkeit und der Muskelkräftigung. Sie muss regelmäßig durchgeführt werden , bewirkt aber lediglich eine Symptomlinderung und kann den Abbauprozeß des Gelenkknorpels nur verlangsamen.

Ziel der medikamentösen Therapie ist die Schmerzreduktion und Entzündungshemmung. Die Palette reicht vom einfachen Schmerzmittel bis zu homöopathischen und pflanzlichen Medikamenten und bis zu Knorpelschutzpräparaten, die z.T. in das Gelenk gespritzt werden müssen.

Ein wichtiges Behandlungsziel der operativen Verfahren – meistens im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) – ist die Entfernung von defekten Meniscusanteilen und ggf. der Gelenkinnenhaut, die Glättung des Knorpels und die Spülung des Gelenkes . Oft kann letztlich aber nur noch ein künstlicher Gelenkersatz (TEP) helfen.

Eine schonende und effektive medikamentöse Behandlung bietet die Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk. Ergänzt werden sollte sie bes. durch Tabletten mit Chondroprotectiva und Kombinationen mit verschiedenen wichtigen Mineralien und Spurenelemente.